Liebe = förderliche, durchdringende Intensität
zentral ist für die ganze Ökonomie und zugleich die Basis des Kultur- lebens bildet. Ohne Arbeit gibt es kei- ne Kulturgüter, keine Häuser, keine Eisenbahnen, weder Bücher noch Gärten. Teleskope würden uns ohne Arbeit ebenso fehlen wie Brillen und Betten, Philosophie und Fahrkarten, Wohnungen und warme Öfen. Durch Arbeit schaffen wir eine Verbindung zwischen der konkreten Realität und den menschlichen Bedürfnissen und erfinderischen Ideen. Arbeit ist die Ursache sowohl von Wohlstand wie auch Kriegen. Arbeit ist der Weg, um Ideen materielle Wirklichkeit werden zu lassen (Er- findungen wie das Rad oder die Geldmünze). Zum Arbeiten gehört auch das Bauen und Spielen einer Violine und Trompete, sowie die expliziten religiösen Rituale etwa bei Hochzeit und Begräbnis. Auch der Regentanz ist, wie alle anderen ma- gischen Einflussformen, eine Form von Arbeiten, weil er den Wunsch nach Regen in die konkrete Wirk- lichkeit umsetzt. Zur Arbeit gehört, wie könnte es anders sein, auch sportliche Tätig- keit, und alle Formen der Entspan- nung, die jedem tun vorausgehen oder ihm folgen. So ist nicht nur die Tat, sondern die “Herstellung” der Gelassenheit Arbeit. Das nimmt der Arbeit ihre Strenge und einschrän- kendes Image. Wahre Arbeit ist keine Pflicht, sondern Lust und Leben in inkarnierter Form. 
S. 87 Inkarnation    Geburt & körperliches Erscheinen     Arbeit & Erholung       Tägliches Klein-Klein & Kontinuität
Dr.GASSER AKADEMIE F   L     O   W
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vorgehen: dafür stehen mir drei ursprüngliche Wege  zur Verfügung Ich möchte meine Absicht ganz konkret umzusetzen und dabei ressourciv
             Dominanz =  das  Sagen haben Harte Dominanz ist der traditionelle Weg, im konkreten Alltag eine Absicht umzusetzen. Es ist die militärische Art und entspricht dem Modus: Befehlen und Gehorchen. Doch Dominanz ist nicht nur an Befehle und Gewalt gebunden.  Zu den Formen von Dominanz gehört auch Bestimmen und Bestimmtwerden im Alltag. Sprachlich nennt sich dies Aktiv und Passiv. Dazu gehört die Dialektik von Herr und Sklave, oder die  Tragik des Opfers: ohne Opfer kein Täter, ohne Täter kein Opfer. Jedoch kann der Passiv auch ohne Opfer geschehen. Der Taxi-Gast wird an sein Ziel gebracht, er ist kein Opfer. Im Gegenteil ist er der Akteur, der bestimmt. Gerade deswegen steht er  in der Passivform “gebracht werden.” So paradox es klingt, das Gegenteil der Macht, die Ohnmacht, ist ebenfalls ein Teil der Dominanz. Wie das? Ohnmacht ist das Negativ-Wort der Macht (”ohne Macht”). Positiv gesprochen besteht das Gegenteil von Macht und Gewalt aus Sanftheit und Subtilität. Diese können, genau so wie die Macht, das Sagen haben. Doch ist die Art, wie sie das Sagen haben von völlig anderer Art. Die Ohn-Macht ist, stratagemisch gesehen, die Dominanz durch Nicht-Dominanz. Wie das? Die Welt strebt nach Macht. Macht herrscht, aber korrumpiert die Subtilität. Ohnmacht hingegen ist sehr subtil. Deshalb
Die Inkarnation wird hier in  einem weiten, grundsätzlichen Sinne gefasst. Inkarnation umfasst vier Bereiche. ● Der Körper ist die Inkarnation des Menschen. Das ist die Definition der Geburt. Die Folge dieser Tatsache zeigt sich in jeder Lebenssituation, entweder als Leid (Schmerzen, physische Abhängigkeiten und Begrenztheiten) und als Chance: Tanzen und Feiern sind erst durch die sinnlich-leibhaftige Präsenz so intensiv. Und vor allem ist dank der Leibhaftigkeit Wachstum und Tod möglich sowie Zeugung der nächsten Generationen. Erziehung und Kommunikation werden gerade durch die Allsinnlichkeit interessant. Nicht-verbale Kommunikation vermittelt mehr Nachricht als verbale Informationen vermögen. Und wer möchte in persönlichen Beziehungen auf körperliche Nähe und Ausstrahlung verzichten? Zudem ist allsinnliches Vermitteln in Erziehung und Pädagogik Kommunikation und Erziehung ein wahres Wundermittel (Kückelhaus). ●  Die konkreten Dinge (Baum, Löffel, Auto) sind die Materialisierung von all- gemeinen Gesetzen. Ohne die konkrete Tatsache, dass ein Ding Masse und Ausdehnung innehat, sind die Fallge- setze gar nicht existent und völlig be- deutungslos. Es liegt nicht an den Moral- gesetzen, ob wir ethisch gut handeln, sondern an den konkreten einzelnen Taten. Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es. Hier und jetzt! Diese machen einen Menschen erhaben oder destruktiv. Das hören die Gesetzesliebhaber nicht gerne, weil sie denken, dass die Gesetze jene Instanz sind, die alles regeln. Doch die Gesetze bilden nur den strukturellen Rahmen.  
Erst die vielen konkreten Einzelheiten, geben den Gesetzen den realen Raum, damit sie wirklich sein können. Erst eine Liebeserklärung, die an einem konkreten Ort mit einem konkreten Mund an konkrete Ohren mit konkreten Träger gegeben wird ist real. Gleiches gilt übrigens auch für Befehle. Damit reden wir nicht dem Materialismus das Wort. Denn auch Worte, die aus dem Geiste kommen und  mundlos und medial übertragen werden, gehören zu den konkreten Dingen. Sie sind zwar nicht mit Händen fassbar, aber mit dem konkreten Geist.   ●  Die Gewohnheiten sind Inkarnationen der Wiederholung. In der Gewohnheit setzt sich die Wiederholung im Menschen fest. Im Rechtsleben stützt sich das Gesetz auf das ab, was die Menschen als Gewohnheit akzeptieren. Was die Mehrheit nicht akzeptiert, hat keine Kraft der Umsetzung. Lovelock, der Autor der Gaja-Hypothese, vermutet sogar, dass selbst die Naturgesetze Gewohnheiten sind, ähnlich, wie Recht und Bildung Gewohnheiten sind. Gewohnheiten bestimmen die Art und Weise, wie einer spricht,  ja sogar die Grammatik der Sprache.   Gewohnheiten sind es auch, die Vertrautheit und Geborgenheit vermitteln. Sterben ist unter anderem wohl deshalb so schwierig für viele von uns, weil wir darin keine Gewohnheit haben. Um diesen Mangel auszugleichen werden von spirituellen Traditionen Initiationen praktiziert, die darin bestehen, zu sterben bevor es tödlich wird.    ● Die Arbeit ist jene Inkarnation, die
Liebe ist die stärkste “Macht”, weil sie weder Macht noch Ohnmacht ist.  Sie ist reine Praxis: hoch wirksam, subtil und erfüllend, nicht zu fassen und alles umfassend. ● Zur Liebe gehören Gefühle, jedoch nicht nur. Sie umfasst auch jedes tiefe, durchdringende Ergriffensein und personale Empfindung wie: von Freude erfüllt sein, intensive Präsenz, aufmerksames  Geneigtsein und bedingungsloses Zuhören. ● Zur Liebe gehört jede unbedingte Hingabe, die Leben entstehen lässt und zugleich mit innerem Reichtum erfüllt. Als Zeugung ist sie der Erzeugung von Wirklichkeit ver- wandt. Als Erfüllung ist sie dem Konkreten Dasein verwandt. Dass Liebe gratis und nachteilfrei ist, zeigt ihre Verwandtschaft mit der Ressourcivität und Ursprünglich- keit. Zudem ist die Liebe ist der meisterhafteste Stratege, den wir kennen, da sie immer einen günstigen Weg kennt und keinen Preis scheut, um diesen zu verwirklichen. Sie macht aus Leidenschaft Erhabenheit und aus Enttäu- schung Hoffnung.   
● Zur ressourcierenden Liebe gehört auch Herzlichkeit, das heisst die Stimmigkeit die aus dem Herzen stammt. Das Herz ist jenseits von Taten, Sein und Wollen, jenseits von Vernunft Gefühl, von Erfolg und Misserfolg, jenseits auch von Natur und Kultur. Sie ist der letzte und tiefste Ursprung des Menschen im Menschen selbst, der zugleich Vollendung ist, sogar und gerade in dieser konkreten beschränkten Welt. ● Liebe ist die Kraft der allumfassenden Durch- dringung. Sie ist jene Form von Flow, die macht, dass in einer Person alle Anliegen und Taten, Ge- danken und Beziehungen durchdrungen werden von Intensität und Präsenz, von reiner Förderlichkeit und Echtheit, von Klarheit und Erhabenheit. Liebe macht, dass die Person ihrerseits alles Grosse und Kleine, alle Freude und Schmerz, alle Gerechtigkeit und Unrecht durchdringen kann mit einer Dimension, die eine Lebensqualität herstellt jenseits von Harmonie und Disharmonie. Sie verleiht der Grosszügigkeit ihren unendlichen Raum und die definitive Freiheit, ohne dabei die Beziehung zur konkreten Wirklichkeit der Zwänge und Bedingungen einzuschränken oder zu leugnen. Das Prinzip der Durchdringung ist für die Praktiken und Wege des Flow  zentral. Weil sie subtil sind, haben sie eine grosse Kraft, sowohl alltägliches Handeln wie auch kritische Momente in förderlicher Weise zu formen.   
Es gibt drei grundlegende Wege (Ur-Wege),     wie Absichten und Vorstellungen        in die konkrete, handfeste Wirklichkeit umgesetzt          und in Gang gehalten werden
     Liebe Grosszügigkeit     Herzlichkeit            Tiefe             
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nanz         Macht      Gelassenheit Wille
schweigen im Krieg die Musen, denn Kanonen vertragen sich nicht mit Geigen. Dennoch, oder gerade deswegen, ist Musik ist eine Weltmacht, die fruchtbarer wirkt als gewalttätige Härte. Das liegt daran, dass die Ohnmacht - pfiffig praktiziert -  den Flow auf ihrer Seite hat, und weil die subtilen Kräfte die handfesten Kräfte beherrschen. Der Grund ist offensichtlich, denn ein Krieg entsteht nicht durch Waffen, sondern umgekehrt: Das feindselige Denken sucht Krieg und braucht dazu Waffen.  Gedanken und Bewusstsein sind subtile Wirklichkeiten. Zwei andere Beispiele illustrieren das Geheimnis des  machtlosen Macht. Flüstern gewinnt Mensch und Tier stärker als Brüllen und Schimpfen (der Pferdeflüsterer). Gandhi hat mit seiner Gewaltosigkeit (ahimsa) erst seine Landsleute gewonnen, und dann das Riesenland Indien 1947 aus der Kolonialherrschaft der Engländer befreit, die bis zum zweiten Weltkrieg die Weltmacht waren. Ein Kuss öffnet die Seele mehr als Folter. Zärtlich- keit gewinnt den Menschen verlässlicher als harte Schlä- ge. Berühmte Spionage-Affären bestätigen dies (Mata Hari, Profumo). Kurz und gut heisst dies, dass sanfte Formen der Do- minanz ebenso einflussreich sein können, wie harte For- men. Harte Formen sind diabolisch, sanfte Formen aber bilden das Wesen der Königlichkeit. Das wird in der Figur des Königs oder der Königin ausgedrückt. Ein König hat nicht nur Einfluss, sondern ist auch erhaben. Der Grund liegt darin, dass er erstens allumfassenden Einfluss hat und  zweitens durch Sanftheit, nicht durch Härte wirkt. Deshalb fällt es auch selbstbewussten Menschen leicht, dem Königlichen allseitige Anerkennung zu schenken.
Inkarnation = aus Fleisch und Blut sein